Drama Wohnungssuche
Prolog
Mit der Wohnungssuche hatte ich von Anfang an ein ungutes Gefühl verbunden. Schließlich hat man ja oft genug von verschiedenen Seiten gehört, das das nicht einfach ist. Man fände zwar was, aber das kann auch mal ein bisschen dauern. Allerdings hatte ich das Auto voll Zeug, welches nicht den Besitzer wechseln sollte, und ich wollte natürlich auch nicht zuviel für Herberge und Parkplatz zahlen.
Erster Akt
Egal, komisches Gefühl verdrängen und los gehts. Für die ersten Wohnungsanzeigen musste ich nicht viel tun, die hingen in der Jugendherberge aus. Also ans Telefon, das zufälligerweise gleich darunter hängt, 2 € eingeworfen und die erste Nummer gewählt. “Hallo ich rufe an wegen dem Zimmer” - “Das ist leider schon vermietet” - “Achso Danke. Adios” - “Adios”. So schnell hat man seine erste Absage. Vor Schock gelähmt vergesse ich, den Hörer gleich wieder abzunehmen und der Automat behält gleich die ganzen 2 €. Also auch noch eine sehr teure Absage. Aber was soll man machen, nochmal 1 € hinein und die zweite Nummer gewählt. Um Verständigungsprobleme bereinigt lief das Gespräch ungefähr genauso ab wie das Erste.
Zweiter Akt
Deswegen folgten wir dem Tipp den ich in München auf der Erasmus-Infoveranstaltung bekommen hab: Zur Ciudad Universitaria (dts. Universitätsstadt - der Name ist berechtigt, die meißten der Campi auf einem Fleck und somit viel Fläche) fahren und dort die schwarzen Bretter abgrasen. Leider waren viele Zimmerangebote nur für Chicas (also Frauen) aber wir haben doch eine Menge Anzeigen gefunden, die auch noch den preislichen Vorstellungen genügten. Dabei sollte man erwähnen, dass Resi und Johannes gleich die Einzige ins Auge gestochen ist, auf der die Namen der Vermieter draufstanden: José Ángel und Javi ([Chosé Ánchel] und [Chávi]). Die Namen gefielen ihnen so gut, dass sie meinten: “Bei denen musst du einziehen”. So sind wir dann mit den gesammelten Nummern in ein Internet-Cafe in der Nähe der Jugendherberge gefahren und ich hab per Skype (deutlich billiger als per Münztelefon) alle Nummern durchgerufen. So blieben dann am Schluß ganze vier Besichtigungstermine übrig, die ich im Stundentakt ab 17:00 Uhr arrangieren konnte.
Dritter Akt
Nach einer kleinen Verschnauf- und Essenspause in einem Park ging es dann um 17:00 Uhr zur ersten Wohnung. Von außen wirkte das Haus recht schäbig und nicht besonders schön (wie die meisten Wohn/Miethäuser in Madrid), allerdings sah es innen dafür umso besser aus. Die Wände hatten Marmorverkleidungen und alles sah sehr edel aus. Und sogar einen Fahrstuhl gab es. Die Vermieterin öffnete uns und zeigte uns die Wohnung. Diese war sehr sauber und geschmackvoll eingerichtet und auch “mein” Zimmer war schon fertig eingerichtet. Sie selber war ungefähr in meinem Alter und wirkte sehr nett (außerdem war sie noch gut aussehend). Allerdings würden wir nur zu zweit in der Wohnung leben, was auch mal recht anstrengend sein könnte. Aber neben dem Preis (350€ + NK) war der einzige echte Haken, dass sie mir erst in vier Tagen sagen konnte, ob ich die Wohnung bekomme. So habe ich dann gesagt, dass ich mich am Montag oder Dienstag wieder melden werde und wir sind zur nächsten Wohnung gefahren.
Vierter Akt
Pünktlich um 18:00 Uhr geklingelt öffneten zwei nette junge
Herren, 21 und 24 Jahre alt und beide Informatik-Studenten. Auch ihre Wohnung war ein bisschen das Gegenteil zu der von eben. Noch kaum (eigentlich gar nicht) eingerichtet, in “meinem” Zimmer stand nur ein Bett mit sehr durch gelegener Matratze. Auch im Wohnzimmer gab es noch nichts. Dafür gab es in der Küche einen neuen Kühlschrank mit Gefrierschrank, E-Ofen und einen Gasherd. Außerdem wollen die beiden noch eine Mikrowelle anschaffen und sogar eine Waschmaschine gibt es. Dafür war die Wohnung aber auch deutlich billiger (280€ + NK), meine Uni liegt mit Fahrrad oder Metro ca. 40 min weg.
Kurzum die Wohnung gefiel uns so gut, dass wir uns entschlossen, gleich hier zu bleiben. Also sagte ich die anderen beiden Termine ab und wir luden das Auto aus. Die beiden waren auch so nett, Resi und Johannes hier wohnen zu lassen, so dass wir nicht mehr in die Jugendherberge zurück sind. (War das teuerste Duschen meines Lebens)
Nachdem die letzten Tage und Nächte etwas anstrengend waren, freuten wir uns, endlich mal wieder unter normalen Umständen schlafen zu können.
| Geokodierung | |
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| Die Koordinaten des Beitrags lauten: | N 40° 22.646' W 003° 45.080' |
| Die Enfernung zu meiner Wohnung beträgt: | 0 km |
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