La noche en blanco

Noche en blancoWir waren gestern auf dem Kulturhighlight La Noche en blanco. (Die Nacht in Weiß) Leider war das Angebot sehr groß und unsere Gruppe auch, so dass es ein bisschen schwer war, Entscheidungen zu treffen. (Nicht weil wir uns nicht einigen konnten sondern weil niemand die Initiative ergriff und sagte wo es lang gehen soll)
Anfangen wollten wir mit dem Círculo de Bellas Artes, wo ein Jazz-Konzert stattfinden sollte. Vor Ort haben wir dann festgestellt, dass das Konzert erst um 01:30 Uhr sein wird, wir waren also 2 1/2 h zu früh dar. Darum haben wir uns mit einer Ausstellung, die es dort gab, vertröstet. Weiter über die Gran Vía ins Viertel Chueca wo es viele Bars mit Livemusik geben soll.
Cl/ AlcaláErstaunlich dabei war, dass die Gran Vía und die Calle de Alcalá, die sonst eher dem Stachus ähneln, eine Fußgängerzone waren (zumindest nach Madrider Maßstäben) und den Eindruck machten, dass sich ganz Madrid auf selbigen befand.
GruppeAm Plaza de Chueca haben wir dann bei einer Caña auf ein paar Freunde gewartet. Ein mir unbekannter Anrufer hat uns aber dann empfohlen, nach Malasaña zu gehen, denn da wäre es “de puta madre”. FuraDort haben wir gerade noch die letzten 5 Minuten des Festivals “La pura vida” mitbekommen, danach war leider Schluß. Also weiter mit der Metro nach Atocha, um zum Teatro Circo Price zu kommen. Dort haben wir endlich mal was komplett mitgenommen, nämlich den Auftritt der Trapezkünstlerin Fura aus Andalusien. Sie hing in zwei roten Stoffbahnen, die an einem Kran aufgehängt waren und verrenkte ihren Körper dabei wie ich es nicht mal auf dem Boden schaffen würde.

Cubo Würfel-Künstler

Danach sind wir immer der Masse nach über den Paseo del Prado Richtung Plaza de Cibeles. Auf dem Weg fanden wir Cubos de Luz, das waren mit weißem Stoff bespannte Würfel, die von innen beleuchtet wurden und außerdem einen Grafitti-Künstler enthielten, der die vier Seiten Stück für Stück von innen besprühte.
Wir wollten auch in den Botanischen Garten, doch leider stellten wir am Eingangstor fest, dass er gerade geschlossen wurde und daher alle Leute hinausgeworfen wurden.
Am Plaza de Cibeles angekommen folgten wir der Masse in einen Park und bekamen mal wieder das Ende eines Gospelkonzerts mit. (Who has to pray? - We have to pray - Who do we pray to? - Jesus Jesus)
Schöne FassadeZurück aufm Plaza de Cibeles - inzwischen war es ca. 3:00 Uhr - wussten wir nicht, was überhaupt noch angeboten wird. (Ich vergas zu erwähnen, dass wir auch in den Botanischen Garten nicht mehr gekommen sind, weil er geschlossen wurde) Dann liefen wir über die Calle de Alcalá und Puerta de Sol zu den Jardines de la Plaza de Oriente (Gärten des Platzes vor dem Königspalast) zu gehen, wo angeblich bis 06:00 Uhr noch lebendige Skulpturen stehen sollen. Dort angekommen fanden wir aber nur noch das verlassene Banner der Noche en blanco, die anzeigt, dass es hier ein Angebot gibt oder besser gab.
Durch die vielen Misserfolge und langen Wege erschöpft beschloss dann auch der letzte harte Kern, den Weg nach Hause anzutreten.
Doch während das für die anderen bedeutete, 10-15 min nach Hause zu laufen, trat ich meinen üblichen Weg zur Bushaltestelle an, nur um dann zu sehen, dass mein Bus (er schon nach 5 min da - wie liebe ich doch das Wochenende) wegen Überfüllung nicht anhielt sondern einfach weiterfuhr. Ich fing schon an zu überlegen, ob ich nicht besser mit dem Taxi fahren sollte, doch ein Taxi mit grünem Licht war weit und breit nicht zu sehen, und das bei bestimmt 5 Taxen pro 10 Sekunden. Eine Viertelstunde später kam dann der nächste zum Glück nicht ganz so volle Bus und er hielt sogar.
Dafür war der Bus jetzt so voll, dass die Tür nicht mehr ordentlich schloss. Nach dem dritten Versuch konnten wir endlich losfahren. Ich sag euch, sowas habt ihr noch nicht erlebt. Ein Bus bis zum Anschlag gefüllt, manchmal musste die Tür per Hand zu geschoben werden, mein Kopf störte den Busfahrer beim Blick in den Spiegel und die übliche Farbenblindheit des Fahrers. (Soll heißen auch 5 Sekunden Rot sind noch dunkelgelb und Fußgängerampeln können überfahren werden, wenn sie nach 10 Sekunden warten von keinem Fußgänger benutzt wurden)
Aber trotz aller Umstände bin ich gesund und wohlbehalten daheim angekommen.

Geokodierung
Die Koordinaten des Beitrags lauten: N 40° 25.001' W 003° 42.218'
Die Enfernung zu meiner Wohnung beträgt: 5.9 km

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