Vorlesungen - der erste Tag
Heute fingen die Vorlesungen an (zumindest an der Mathe-Fakultät), leider war heut aber auch mal ein richtig schlechter Tag.
Angefangen hat es eigentlich schon gestern, weil ich bis 01:30 Uhr an meinem Stundenplan rumgedoktort habe, so dass er einerseits die Anforderung 30 - 35 ETCS (gut 20 SWS) erfüllt, zum anderen aber machbar und halbwegs frei von Lücken ist. Meine Nebenfächer hab ich gleich mal geknickt, weil sie hohen Genehmigungsaufwand erfordern und dann doch nicht das wahre sind. (außerdem sind keine Infos im Netz zu finden, arme Informatikstudenten)
Für meine Leser mit Mathe-Hintergrund erläutere ich kurz meinen Stundenplan (der Rest möge den Absatz überspringen, oder sich amüsieren)
Um 11 fang ich an mit Fourieranalysis, um 12 gehts weiter mit Automatentheorie und formaler Sprache (Thema Turingmaschine etc., hoffentlich auch das Halteproblem), nach einer Mittagspause um 2 dann ein Programmierpraktikum in Java (hier [Chava] echt nett), um 3 dann Geschichte der Mathematik 1 (bis zur Renaissance, cool weil es sowas an der TU nicht gibt) und schließlich um 5 noch Partielle Differentialgleichungen 1. Zumindest soviel zur Theorie.
Heute bin ich pünktlich um 8 aufgestanden, hatte also schön Zeit, meine “Zeitung” zu lesen. Um 10 gings dann in die Uni, leider kam ich nicht weit. Auf einem nassen Zebrastreifen bin ich gleich mal gestürzt, aber außer meinem Frontreflektor musste nix dranglauben, auch mir gehts bis auf zwei Blessuren gut. In der Fakultät angekommen hatte ich erstmal keine Ahnung von der Zimmersystematik und die (netten) Studenten haben mich erst ein wenig im Kreis geschickt.
Mit 15 Minuten Verspätung kam ich dann in die Vorlesung.(Fourieranalysis) Erster Eindruck: wird anspruchsvoll aber machbar, ich verstehe 80% von dem, was der Prof (besser Lehrer) vor sich hin nuschelt. Um 10 vor macht er auch pünktlich Schluss, im Gegensatz zu Deutschland, wo man noch mit dem Prof sprechen kann, ist er aber so schnell zur Tür raus, dass man es kaum bemerkt.
Der Wechsel wird hier übrigens durch ein dezentes rotes Licht angezeigt, dass immer von 10 vor bis zur vollen Stunde leuchtet und anzeigt, dass man in die nächste asignatura sollte (Doppelstunden gibts hier nicht)
Der Prof aus Automatentheorie macht es schon kürzer, nach 30 Minuten ist Schluß, aber das krasse ist, dass 15% der Note von einer “freiwillige” Arbeit bestimmt werden, die natürlich in Spanisch und (vorzugsweise) in LaTeX geschrieben werden soll.
Der Prof des Programmierpraktikums ist der Prototyp eines PC-Freaks, ein bisschen rundlich, dunkle lange Haare und Vollbart. Aber er wirkt nett. Dafür müssen wir Zweierteams zum Programmieren bilden, mal sehen welcher Spanier in den deutschen Apfel beißen muss.
Die Geschichtsvorlesung wird bestimmt interessant, aber man wird mit Erwartungen überschwemmt. Zum einen sollte man doch mal so als Einstieg ein Büchlein von Ortega y Gasset lesen, eine Art spanischer Heidegger. Darüber hinaus sollte ich natürlich auch weitere Kenntnisse der Denkweise und Geschichte der Zeit haben, in der wir uns Bewegen. Kurz, je mehr ich lese, desto besser. Also auch keine Kuschelvorlesung.
Doch der Hammer war die letzte Vorlesung. Nach einer kurzen Einleitung gings gleich los, leider kann ich noch nicht gleichzeitig die Hieroglyphen entziffern, in mein Heft kopieren und seinem Gelaber zuhören. Natürlich ists auch die Vorlesung mit dem höchsten Niveau. Da sie angenehm am Schluss liegt, werde ich sie wohl gegen was anderes tauschen.
Alles in allem sehr anspruchsvoll und kompliziert, mal sehen was aus dem Semester so wird…
| Geokodierung | |
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| Die Koordinaten des Beitrags lauten: | N 40° 26.957' W 003° 43.594' |
| Die Enfernung zu meiner Wohnung beträgt: | 8.3 km |
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