La Virgen panadera
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| In Ángels Dorf El Casar de Escalona war dieses Wochenende das Dorffest. Ángel meinte, ob ich nicht Lust hätte, España profunda (das “echte” Spanien) kennen zu lernen. Klar das ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte. Deswegen trafen wir uns mit Ángels Cousin Carlos und dessen Freundin Carlota, die uns mit nach El Casar nahmen. |
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| Samstag Abend verbrachten wir erstmal mit einer (sehr) kleinen Tour durchs Dorf. (inzwischen immerhin 1600 Einwohner) Danach war ich zum Abendessen bei Ángels Eltern eingeladen. Es gab Fisch, Schnecken (Papa, ich glaub dein Lachen hör dich bis hier) und einen guten Salat mit Meeresfrüchten, von dem aber fast nix mehr in mich hinein passte. Aus dem Haus gelockt wurden wir durch ein kleines Feuerwerk, das natürlich nicht mit den Fallas mithalten konnte. Den restlichen Abend verbrachten wir im Haus von Ángels “Peña la Cachimba”, (so ein wenig vergleichbar mit nem Burschenverein) wo es wie zu sehen reichlich Alkohol gab. Weil es aber sehr schwer war, zum Einen den Dialekt und vor allem die ganzen Insiderwitze zu verstehen, bin ich doch sehr früh ins Bett, um nicht mangels Beschäftigung zuviel zu trinken |
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| Am Sonntag gings dann richtig los, denn die Romería (Wallfahrt) zum Fluss ging los. Die virgen panadera wird dabei auf einem Anhänger mit dem Bulldog gezogen und von “Faschingswägen”, den Gläubigen und vielen anderen, die Feiern wollen begleitet. | |
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| Die ganze Gruppe pilgert dann auf über 4 km zum Río Alberche, begleitet von regelmäßigem Geböller. Sie Wägen sehen zwar bei weitem nicht so spektakulär aus wie die Fallas, aber es wird wohl trotzdem viel Zeit hineingesteckt. Die verkleideten Mitfahrer sind übrigens immer Kinder. |
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| Da man, wenn man nicht betend neben der virgen herläuft, deutlich schneller ist, kommen viele bereits etwas früher zum Platz am Fluss. Dort ist zwar zum einen schon alles für einen Gottesdienst aufgebaut, zum anderen kann man sich aber schon seine 0,2l-Flaschen Bier (oder härteres) kaufen oder eine Straße entlang schlendern, wo einem der übliche Schund verkauft wird. Der Renner dieses Jahr waren supernervige Megaphone. | |
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| Da Ángel aus diversen Gründen dieses Jahr keinen Tisch reserviert hatte, machten wir uns auf die Suche nach einer Möglichkeit zu Mittag zu essen. Das einzige was wir fanden, waren sehr leckere Bocadillos de lomo y queso. Und billiger als die Paella ist es auch noch geworden. | |
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| Danach suchten wir uns ein schönes Plätzchen auf einer Sandbank am Fluss. | |
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| Dort spielten wir ein Spiel mit dem für mich immer noch gewöhnungsbedürftigen spanischen Blatt. Gar nicht so leicht, wenn man weder die Namen der Farben noch die Namen der einiger Nummern (1 = as, 10 = sota, 11 = caballo & 12 = rey) kennt. | |
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| Nach einem kleinen Nickerchen (OK, nur ich) gings zurück zur Festwiese, wo die Party bereits fortgeschritten war. Für Unterhaltung sorgte eine traditionelle Gruppe des Dorfes, die das bestimmt schon seit Jahren macht. (Selten habe ich so eine liebliche Stimme gehört ;-)) Zum rechten Bild kann ich nur sagen: Para que cubos, ¡estamos en España! (Wer und ob das hinterher wieder jemand aufräumt, konnte ich nicht herausfinden) |
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| Weil es zum sich besaufen nicht viele Alternativen gab, sind María, Ángel und ich zurück zum Haus seiner Eltern. Später haben wir uns noch angesehen, wie die virgen wieder ins Dorf kommt. Zurück wird sie von einigen Angetrunkenen getragen, die sich zuvor um diese Ehre geschlagen haben. Ángel legte Wert darauf zu betonen, dass in El Casar die Sänfte keine Füße wie anderswo hat, und sie deswegen nicht abgestellt werden kann. Hin und wieder werden Pausen eingelegt, an denen die virgen hochgestemmt wird. Dabei sieht es kurz so aus, als ob sie stürzt, weswegen ein Aufschrei durch die Menge geht. Dann wird sie ein wenig geschunkelt und weiter geht der Weg zurück in die Pfarrkirche. Da es bereits spät wurde, sind wir dann wieder nach Madrid zurück, denn Ángel muss morgen trotz San Isidro am Dienstag arbeiten. |
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| Geokodierung | |
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| Die Koordinaten des Beitrags lauten: | N 40° 02.640' W 004° 31.517' |
| Die Enfernung zu meiner Wohnung beträgt: | 75.5 km |
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